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Innovative Kardiologie soll Untersuchungen reduzieren

Innovative Kardiologie soll Untersuchungen reduzieren

Manfred-Roth-Stiftung übergibt Spendenscheck in Höhe von 35.000 Euro

Für den Einsatz und die Weiterentwicklung einer patientenschonenden Untersuchung der Herzkranzgefäße mit der optischen Kohärenztomographie (OCT) erhält die Medizinische Klinik 2 – Kardiologie und Angiologie des Uniklinikums Erlangen 35.000 Euro als Spende von der Manfred-Roth-Stiftung. Die OCT ermöglicht bei einer Herzkatheteruntersuchung sehr genaue Bilder aus dem Inneren von verengten Herzkranzgefäßen. Damit lässt sich eine Engstelle so exakt vermessen, dass mittels Computerberechnungen festgestellt werden kann, ob diese den Blutdurchfluss entscheidend beeinträchtigt. Klinikdirektor Prof. Dr. Stephan Achenbach und stv. Oberarzt Dr. Maximilian Moshage nahmen den Spendenscheck von Dr. Wilhelm Polster und Klaus Teichmann, Stiftungsvorstand und Stiftungsrat der Manfred-Roth-Stiftung, dankend entgegen. „Die großzügige Unterstützung ermöglicht uns, die OCT-Ergebnisse mit jenen der bisher bewährten Untersuchungsverfahren abzugleichen“, erläutert Prof. Achenbach. „So können wir die Stärken und Schwächen der neuen Methode klären und feststellen, wie sich diese zum optimalen Nutzen von Patientinnen und Patienten einsetzen lässt.“ Die Forschungsstiftung Medizin stockt den Spendenbetrag für das Projekt im Rahmen ihres Matching-Funds-Programms auf insgesamt 44.100 Euro auf.

Bei der koronaren Herzkrankheit bilden sich Ablagerungen in den Gefäßen und verengen diese. Ob eine solche Engstelle tatsächlich behandelt werden muss, z. B. mittels eines Stents, hängt von mehreren Aspekten ab: Wo genau und wie stark ist das Gefäß verengt? Aus welchem Material besteht die Ablagerung und ist diese bereits stark verkalkt? Entscheidend ist, ob die Engstellen tatsächlich den Blutfluss zum Herzmuskel beeinträchtigen. „Denn nicht jede Verengung – auch nicht eine, die auf den Bildern deutlich sichtbar ist – behindert zwangsläufig auch den Blutstrom“, erklärt Dr. Moshage. „Daher sind häufig mehrere verschiedene Untersuchungen erforderlich, um zu klären, ob und welche weitere Behandlung nötig ist“, so der stv. Oberarzt.

Ein OCT-Einsatz könnte diese zusätzlichen Untersuchungen überflüssig machen: Ist die Methode ausreichend präzise, ermöglicht sie den Ärztinnen und Ärzten künftig, mit einer einzigen Untersuchung eine Engstelle zu betrachten und zu beurteilen. Genau hier setzt das geförderte Projekt an: Das Forschungsteam der Medizin 2 prüft in einer systematischen Untersuchung, wie zuverlässig die Computerberechnungen der OCT sind. Dafür werden die Ergebnisse mit der bisherigen Diagnostik verglichen, bei der der Blutdruck im Gefäß mit einem feinen Messdraht direkt gemessen wird. „Wir möchten dazu beitragen, dass Menschen mit koronarer Herzkrankheit in Zukunft noch besser untersucht und behandelt werden können“, sagt Maximilian Moshage. „Sollte die Präzision des OCT-Verfahrens den Ergebnissen der konventionellen Untersuchungen gleichkommen, könnten wir unseren Patientinnen und Patienten zusätzliche Messungen ersparen und deren Eingriffe kürzer und schonender gestalten.“

Über die Manfred-Roth-Stiftung

Die gemeinnützige Manfred-Roth-Stiftung unterstützt neben sozialen, kulturellen und bildungsfördernden Projekten auch die wissenschaftliche Arbeit in Forschung und Medizin. Die nach dem 2010 verstorbenen Unternehmer und Gründer der Handelskette Norma benannte Stiftung folgt damit den Vorgaben Manfred Roths, der schon zu Lebzeiten Projekte für das Gemeinwohl großzügig förderte.

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Stephan Achenbach
09131 85-35301
med2-direktion(at)uk-erlangen.de